_BMW 740d xDrive | Was von der Autobahn übrig bleibt

_1.000 Kilometer Autobahn? Gib mir mehr!

Wenn von der Autobahn nichts mehr übrig bliebt. Dann bist du weit weg oder nah dran. In jedem Fall merkst du im richtigen Auto nichts davon. Denn es nimmt dir alles ab, was keinen Spaß macht. Und lässt dich machen, wenn du fliegen willst. Doch der Reihe nach. So wie BMW Motoren baut.

 

_Fahren: Autonom kann Spaß machen

Sanft und mit herrschaftlichem Geräusch zieht sich die Tür von ganz allein ins Schloss. Das träge Rauschen der LKW und das windschneidende Pfeifen der Autos hinter der Schallschutzwand sind auf einmal ganz weit weg. Dein Zeigefinger berührt den Startknopf aus Metall während dein linker Fuß auf der Bremse steht.

Der Motor gibt dem BMW 7er einen leichten Stupser, es grummelt kurz, dann herrscht Stille. Lässig klickst du dich durch das Menü, sprichst mit der Navi-Dame dein Ziel ab. Ein Druck und einen Zug am Automatikwahlhebel später drücken dich 320 PS zuerst auf die linke Spur und dann auf 250 km/h. Entspanntes Reisetempo.

Zwei Klicks mit dem linken Daumen später macht der 7er das auch alles (fast) von allein. Er beobachtet den Verkehr, regelt das Tempo, hält den Abstand zu Vorausfahrenden und die Spur. Spürt er, dass du deine Hände vom Lenkrad nimmst, fordert er dich höflich auf, sie wieder zurück zu legen. Ein sanfter Druck irgendwo am Lederkranz reicht um ihm zu zeigen: Ja, ich bin noch da.

_Verarbeitung: Es knistert in der Luft

Das passiert alles mehr im Hintergrund. Nie nervt die Luxuslimousine aus Dingolfing mit bevormundenden Computerentscheidungen. Er gibt dir immer das Gefühl, der Chef im Ring zu sein. Und wenn es drauf ankommt, packt er trotzdem die Bremsbeläge an die Pizzascheiben in den Rädern und ankert, als ginge es darum, die Erde anzuhalten.

Dabei bleibt er ruhig und stabil, charakterlich gefestigt, mit der Erfahrung aus fast 40 Jahren BMW 7er. Da fällt dir das Tuscheln aus der Sitzlehne der Rückbank gleich noch mehr auf. Es knistert und knarzt manchmal auf Kopfsteinpflastern der Innenstadt oder bei Betonflicken auf der Autobahn. Eine S-Klasse kann das besser. Oder es liegt einfach daran, dass der 7er noch so frisch ist. Ein guter Kuchen muss sich auch erst setzen, bevor er am besten schmeckt.

_Highlight: Sechs Sahnestücke in Reihe

Die Kirsche samt Sahne auf diesem Kuchen findest du beim 7er unter der Haube. Der B57-Reichensechszylindermotor im 740d bekommt Druckluft von zwei Turboladern. Jede Gaspedalbewegung wird mit einem spontanen Ausschlag des Drehzahlmessers beantwortet – ohne merkliche Verzögerung ist Druck da. Der nimmt nicht ab, bis die Elektronik die Zügel bei 250 km/h anlegt.

Die Klangkulisse bliebt dabei angenehm tief, basslastig und dezent im Hintergrund. Auch von außen hört sich der Diesel eher wie ein direkteinspritzender Benziner an – und das ohne künstlich erzeugten Sound über Auspufflautsprecher. 320 PS und 680 NM Drehmoment stehen über ein breites nutzbares Drehzahlband zur Verfügung – perfekt eingeteilt von der 8-Gang-Automatik.

Getriebe, Lenkung und Fahrwerk stehen dem Motor in nichts nach. Der lebendige Antriebsstrang, die sensible Lenkung und das wankstabilisierte Fahrwerk lassen vergessen, dass der 7er trotz Carbonelementen in der Karosserie fast zwei Tonnen wiegt. Irgendwo hält sich Gerücht, dass eine Hummel rein physikalisch nicht in der Lage wäre zu fliegen. Sie macht es trotzdem. Der 7er ist mit Allrad eigentlich auch zu schwer für die Kurvengeschwindigkeiten, die du trotzdem fahren kannst.

Gib mir mehr. Gib mir noch 1.000 Kilometer mehr!

Nachtrag: Bei der letzten Aktionärs-Hauptversammlung wurde BMW-Chef Krüger vorgeworfen, bei der Modellpolitik nicht mutig genug zu sein. Mercedes sei beim autonomen Fahren schon viel weiter. „Bei Komfort, Sicherheit, Verarbeitung und gefühlter Qualität setzt Mercedes derzeit Maßstäbe.“ sagte Union-Investmentbanker Ingo Speich. Er sieht den Ansatz nicht: BMW macht es anders als Mercedes. Und ist beim autonomen Fahren, Komfort und Oberflächenanmutung der S-Klasse ebenbürtig. In Sachen Fahrspaß und Design spielt der BMW 7er in einer eigenen Liga.

_BMW 740d xDrive (kurz) – die technischen Daten

_ Reihensechszylinder Dieselmotor
_ 3.0 Liter Hubraum, 2 Turbolader
_ 320 PS Leistung
_ 680 Nm Drehmoment
_ 5,2 Sekunden von 0 – 100 km/h
_ 250 km/h Höchstgeschwindigkeit (elek. begrenzt)
_ 78 Liter Tankinhalt – gut für 1.200 Kilometer Reichweite
_ 5,5 Liter Diesel/100 Kilometer minimaler Testverbrauch
_ 7,8 Liter/100 Kilometer Testverbrauch ohne Verzicht
_ Werksangabe: 5.3 – 5.1 l/100km
_ Leergewicht 1.935 kg
_ Preis ab 93.500 Euro (Kurzversion)
_ Preis ab 99.400 Euro (Langversion)
_ Die hier gezeigte Sixt-Version: ca. 130.000 Euro

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2 Gedanken zu “_BMW 740d xDrive | Was von der Autobahn übrig bleibt

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