_Mercedes-Benz S300h | Ein bisschen das beste Auto der Welt

_Rumpelstilzchen im Märchenschloss

Das Haar in der Suppe suchen. Manchmal geht es nicht anders. Wenn alles perfekt scheint, treten plötzlich Schwächen in den Vordergrund, nach den vorher nie jemand fragte.

Stell dir eine Insel auf den Malediven vor. Weißer Strand, Sonne, Palmen, baumelnde Seelen. Und dann hämmert da jemand am Hotel herum. Oder nehmen wir einen deiner Lieblingsfilme. Sagen wir: Indianer Jones – Jäger des verlorenen Schatzes. Tolle Story, kultiger Schauspieler. Und dann stellst du dank der „Urknalltheorie“ fest, dass der Held für den Ausgang der Geschichte völlig irrelevant ist.

_Die blöde Angewohnheit, herumzunörgeln

Plötzlich siehst du Fehler, über die andere Autofahrer nicht mal nachdenken. Besser so. Denn Nörgeln ist eigentlich kein feiner Stil.

Keine Frage: Die S-Klasse von Mercedes-Benz fährt als Speerspitze in Sachen Luxus, Technik und Prestige in der Autowelt ganz vorne weg. Ich gehe soweit, dass sie als Mercedes-Maybach den Uralt-Konstruktionen von Bentley und Rolls-Royce überlegen ist.

Fein duftendes Leder schmiegt sich an echtes Holz. Tasten aus Metall klicken satt in Fassungen – ja man glaubt es kaum – auch aus echtem Metall. Massageprogramme verwandeln die Sitze in Wellnesstempel. Wohlriechende ionisierte Klimaluft wabert zugfrei um alle Fahrgäste. Bei Landstraßentempo um 100 km/h flüstert der Fahrtwind kaum hörbar um die A-Säule. Auch bei der doppelten Geschwindigkeit auf der Autobahn müssen die Insassen ihre Stimmen nicht erheben. Wer keine Lust auf echte Unterhaltung hat, wirft einfach die Burmester-Anlage an. Ein Orchester aus 24 Lautsprechern komponiert Raumklang und stemmt sich gegen Fahrgeräusche. Du schwelgst im High-End-Glück für Autogenießer während dir das Fernlicht den Gegenverkehr nicht blendend den Weg weist.

_Alles eigentlich fein bei der S-Klasse

Auch beim Fahren gibt sich die nominell kleinste Antriebseinheit der S-Klasse keine Blöße. Ganz klassisch drehst du den Schlüssel, es ist nichts zu hören. Der am Lenkrad montierte Automatikhebel klackt satt in „D“. Das gut zwei Tonnen schwere Luxusschiff setzt sich lautlos in Bewegung. Nur Steine knistern unter den Reifen – bis du fertig bist mit Ausparken.

Senkt sich der Gasfuß stärker Richtung Bodenblech, meldet sich rüpelhaft der zweite Kumpel des Hybridsystems zum Dienst. Die S300h verfügt neben der 20PS-E-Maschine im Wandlergehäuse über den gewohnt raubeinigen OM651-Dieselverzylinder. In seiner stärksten Ausbaustufe schafft er 204 PS und wuchtige 500 NM Drehmoment. Mit etwas Anlauf läuft der S300h damit auf der Autobahn glatte 240 km/h Spitze.

Das Zusammenspiel beider Motoren gelingt völlig unauffällig. Die E-Maschine hilft beim Beschleunigen, überbrückt beim Schalten und verschleift unmerklich Gangwechsel in den unteren Fahrstufen. Hier wirkt die 7-Gang-Automatik ohne E-Motor sonst manchmal etwas unbeholfen. Dass sich der Hybrid für so eine stattliche und luxuriös schwere Limousine sehr sparsam gibt, soll hier nicht unerwähnt bleiben. Unter 6 Liter Diesel sind im Alltag kein Problem. Schnelle Autobahnabschnitte heben den Schnitt auf gut 8 Liter Diesel/100 Kilometer.

_Es wird Zeit für eine rein elektrische S-Klasse

Ihr wartet auf das Aber? Hier kommt es. Denn die Klangkulisse des vierzylindrigen Langhubers ist das Haar in der Suppe, das Rumpelstilzchen im Märchenschloss, der bohrhämmernde Handwerker im Malediven-Urlaubstraum und die Amy Farrah Fowler für deinen Helden Indianer Jones. Er wäre perfekt, wenn er sechs oder acht Zylinder hätte. Oder wenn er für die S-Klasse völlig irrelevant wäre und es die Luxuslimousine als S300e gäbe – rein elektrisch mit 300 PS und realistischen 300 Kilometern Reichweite. Laut schreit die Zeit nach einer komplett leisen und voll elektrischen S-Klasse.

_Mercedes S300h (Langversion) – die technischen Daten

_ Vierzylinder Turbodiesel & Elektromotor
_ 2,2 Liter Hubraum & Wandlerersatz
_ 204 PS & 27 PS Leistung
_ 500 NM & 250 NM Drehmoment
_ 7,4 Sekunden von 0 – 100 km/h
_ 240 km/h Höchstgeschwindigkeit
_ 70 Liter Tankinhalt
_ 5,9 Liter Diesel/100 Kilometer minimaler Testverbrauch
_ 8,0 Liter/100 Kilometer Testverbrauch ohne Verzicht
_ Werksangabe: 4.3 – 4.8 l/100km
_ Leergewicht 2.015 kg
_ Preis ab 87.286,50 Euro (Langversion)
_ Preis ab 81.753,00 Euro (Kurzversion)
_ Die hier gezeigte Sixt-Version: ca. 133.000 Euro

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