_Mit Spannung lernen.

Wortspiele sind eine schöne Sache. Wie sie nicht beim Marktstart des BMW i3 durch die Medien geworfen wurden. „BMW geht mit Herz auf E-Mission durch das Spannungsfeld der Mobilität von morgen.“

Oder so. Viel wurde geschrieben. Unzählige Videos und Berichte sind im Netz zu finden. Der BMW i3 steht förmlich unter Spannung. Und schon wieder so ein Wortspiel. Aber die zwei polarisieren eben wie kaum zwei andere Autos… okay, ich höre ja schon auf damit.

Auf den ersten Blick mögen sie nicht viel gemeinsam haben. Der ActiveE entstammt noch der E82 Baureihe und teilt mit diesem auch bis auf den Power-Dome auf der Motorhaube die komplette Silhouette. Das 1er Coupé bot die perfekte Basis für den Feldversuch für den Antrieb des i3. Genug Platz im Mitteltunnel und unter der Fronthaube und vor allem ein sportlich attraktives Äußeres. Um deutlich zu machen, dass hier nicht irgendein konventioneller Benziner seine Runden dreht, spendiert ihm BMW eine auffällige aber stilvolle Folierung auf  weißem Lack.

Die weiße Weste behält das Coupé im Flottenversuch. Wer neugierig ist und die Möglichkeit hat, eine eigene Wallbox zuhause zu installieren, kann sich den ActiveE leasen. Da BMW und mögliche BMW Kunden auch immer mehr das Carsharing für sich entdecken, ist der ActiveE auch in der Flotte von DriveNow zu finden – in der er bald durch den i3 ersetzt werden soll.

Auf den zweiten Blick haben wir hier aber zwei völlig unterschiedliche Autos vor uns stehen. Der i3 ist das deutlich modernere Auto. Unser Exemplar schaut sich die Straßen von Berlin durch LED-Scheinwerfer an. Das One-Box Design ist klug aufgeteilt und hoch aufragend. Eine flache Stirnfläche bietet bei niedrigen Geschwindigkeiten keine Vorteile im Verbrauch. Schon eher das Gewicht. Und hier sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache. Die aufwendige Carbon-Bauweise des i3 schlägt gerade einmal mit 1,2 Tonnen zu Buche – trotz schwerem Akku-Paket. Beim ActiveE stehen gleich mal eben 600 kg mehr in der Zulassung.

Und das merken wir beim Fahren. Die 170 PS im ActiveE sind für sich betrachtet nicht eben langsam. Das Drehmoment und die Reaktion auf das Strompedal sorgen für ein breites Grinsen im Gesicht. Wenn es aber um die Ecke geht, schieben die Winterräder des DriveNow-ActiveE sehr deutlich über die Vorderräder. Heißt also: Fahrweise anpassen. Vor Kurven einfach vom Gas, das Auto rekuperiert und bremst. Erst beim Geraderichten des Lenkrads wieder aufs Pedal. So lässt es sich im Berliner Stadtverkehr richtig flüssig Fahren. Die Ampelstarts gewinnt man sowieso. Und trotzdem zeigen die Daumen nach oben, wenn die Fahrer/innen dann wieder neben uns an der nächsten Ampelkreuzung stehen. Nein, prollig war bei BMW gestern.

Der i3 setzt dem Ganzen dann aber die Krone auf. Die Lenkung reagiert präzise und fast schon spitz. Typisch für BMW schiebt da nichts über die Vorderachse. Der leichte Aufbau fühlt sich deutlich tiefer an als er tatsächlich ist. Alles eine Frage des Schwerpunkts. Wie ein i3 bewegt werden kann, zeigt ein Testfahrer in einem Werkstestwagen, ein Motorrad hinterher. Die 170 Pferde scheinen gut zu drücken und die schmalen Leichtlaufreifen bauen erstaunlich hohe Seitenführungskräfte auf. Alles ein Ergebnis aus Leichtbau und niedrigem Schwerpunkt.

Wer den i3 einmal gefahren ist, kann also getrost vergessen, dass er nicht gerade eine Schönheit geworden ist. Design liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Aber wenn ich es mir aussuchen könnte, wäre mein Stromer ein 2er ActiveE mit dem Fahrwerk vom M235i. Und wie der um die Ecke geht, hat Chris Harris vor Kurzem erst gezeigt. BMW hat also gelernt, wie man Strom gibt. Und wie.

BMW ActiveE und BMW i3

_ 170 PS Elektrosynchronmotor
_ 250 NM Drehmoment ab der ersten Umdrehung
_ max. Drehzahl 12.000 rpm
_ 0-100 Stundenkilometer: 9.0 sek vs. 7.2 sek.
_ Höchstgeschwindigkeit 145 vs. 150 Stundenkilometer (abgeregelt)
_ Reichweite: ca. 160 Kilometer
_ Konventionelle Bauweise vs. Carbonkarosserie
_ Leergewicht 1.815 kg vs. 1195kg

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3 Gedanken zu “_Mit Spannung lernen.

  1. Hallo,

    schöne Webseite mit aufwendigem Material! Tipp für die Videos aus der Motorrad-Ansicht: mit Video-Software kann man die Neigung korrigieren und alles gerade gefilmt aussieht, so das man beim Betrachten nicht den Kopf kippen muß! 🙂

    Gefällt mir

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