_Seine Dreistigkeit.

Was bildet dieses Auto sich eigentlich ein? Frechheit. Diese Tankanzeige. Sie bewegt sich keinen Millimeter. Da kann ich machen, was ich will.

Und ich möchte eine ganze Menge. Vor allen Dingen viel sehen, weit fahren und irgendwann ankommen. Schließlich ist Weihnachten. Draußen pfeift der Wind zwar herbstlich um die Ecken, aber der Kalender zeigt deutlich, dass wir den Weltuntergang irgendwie verpasst haben müssen. Umso besser. So kann ich hier sitzen und Erfreuliches berichten. Vom BMW Dreier in der neuen Auflage. Da möchte ich auch gar nicht lange drum herum reden: Er gefällt mir richtig, richtig gut. Sein Auftritt, wenn der Motor antritt, seine Aufmerksamkeit gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern und seine Ausgeglichenheit. Schwachstellen müssen wirklich mit dem akribischen Vergrößerungsglas gesucht werden. Doch der Reihe nach.

Der neue Dreier hat eine Präsenz auf der Straße, die anderen Autos in der Mittelklasse einfach abhanden gekommen ist. Durch die Eigenständigkeit in der Gestaltung der Scheinwerfer und deren Verjüngung zu den obligatorischen BMW-Nieren eckt er an und stellt Geschmäcker auf die Probe. Ein VW Passat hingegen soll irgendwie jedem gefallen. Audi mag da schon eigenständigere Wege gehen. Den beiden fehlt aber eine Aufmüpfigkeit, die der Dreier eben mitbringt. Frech, herausfordernd und zielstrebig spitzt sich die Frontschürze zu. Die Kotflügel plustern sich nicht künstlich zu Pausbäckchen auf. Nein sie liegen sehnig über den weit außen platzierten Rädern. Die Seitenansicht ist durchzogen von scharfen Lichtkanten, die im Wechselspiel mit konvexen und konkaven Flächen dem Licht viel Raum bieten. Das macht, dass der Lack aus jedem Blickwinkel andere Farben Preis gibt. Das Heck wird dominiert von dreidimensionalen Leuchten, die den etwas hoch erscheinenden Entenbürzel des Vorgängers gekonnt in die Breite ziehen. Dennoch hat hier der Mut der Designer ein bisschen nachgelassen. Es fehlt der Pfeffer der Frontpartie. Insgesamt steht er dennoch stämmig auf der Straße. Wie ein Sprinter in den Startlöchern. Auf geht‘s.

Wer sich rein setzt, erlebt eine klare und aufgeräumte Instrumententafel. Jeder Schalter sitzt immer noch dort, wo er seit Jahren bei BMW zu sitzen hat. Herzlich willkommen zu Hause, scheinen die Sitze zu sagen. Sie umfassen den Körper mit verstellbaren Seitenwangen. Bei Bedarf lässt sich die Sitzfläche kippen und die Rückenlehne exakt an die Wirbelsäule legen. Perfekt durchdachte Ergonomie scheint auch bei der Entwicklung des Radio- und Klimaautomatikpanels ganz oben im Lastenheft gestanden zu haben.  Jede wichtige Funktion, die ich als Fahrer brauche, ist mit einer Direktwahltaste versehen. Alles andere findet sich im famosen iDrive-Menü. Per Dreh-Drückteller lassen sich schnell Routenziele eintippen, das Telefon per Bluetooth verbinden oder die drei Fahrmodi auf die eigenen Bedürfnisse anpassen. Per Fahrerlebnisschalter sind sie dann abrufbar und machen das Auto entweder lammfromm sparsam, seidenweich federnd oder herausfordernd fahraktiv. Manchen mag das überfordern. Aber ich liebe es, das Auto so einzustellen, wie ich es gerne möchte. Schließlich habe ich nicht jeden Tag die gleiche Laune.

Nette Spielereien runden das Paket ab, um schnell viele Kilometer Straße hinter sich zu bringen. Verbaut sind zum einen gewohnt komfortable Features wie Regensensor und Lichtautomatik, Sitzheizung und ein richtig gutes Lautsprechersystem. Zum anderen wartet der neue Dreier mit einer Fernlichtautomatik auf, die derzeit im Automobilbau noch seinesgleichen sucht. Einmal aktiviert, regelt der Bordrechner durch permanente Auswertung eines Kamerabildes das taghelle Xenonlicht komplett selbstständig. Es blendet auf und ab, maskiert entgegenkommende Fahrzeuge und Fahrräder, ja sogar Fußgänger und spart sie so aus dem Lichtstrahl aus. Oberhalb von 120 Stundenkilometer schaltet sich das Autobahnlicht hinzu. Hier schwenkt das Licht weiter nach rechts und spart voraus fahrende Autos aus dem Lichtkegel. Das alles passiert so überzeugend zuverlässig, dass ich fast glauben muss, BMW wäre so dreist und hätte kleine dressierte Affen in den Dreier gesperrt, die das Licht steuern.

Aber dem ist nicht so. Diese Limousine ist schlichtweg eine grandiose Demonstration des technisch Machbaren. Das Gesamtpaket stimmt einfach. In jedem BMW schwingt irgendwo ein bisschen Sportsgeist mit. Nicht umsonst setzen zahlreiche Spotwagenschmieden auf Münchener Technik. Siehe Wiesmann im Münsterland. Dort pulsieren BMW M-Achtzylinder unter der unverschämt langen Motorhaube. Herzstück dieses Dreiers ist eine 2 Liter Dieselmaschine mit gut im Futter stehenden 143 PS. Subjektiv liegen deutlich mehr an. Bis zur abgeregelten Vmax von 212 Stundenkilometer spielt der leichte Alumotor mit der Karosserie. Er spurtet ganz vorzüglich und läuft dabei relativ ruhig. Wenn man bedenkt, dass es sich hierbei um einen Ölbrenner handelt. Das lang übersetzte Sechsgang-Getriebe hilft sowohl beim Schnellfahren als auch beim Sparen. Bei 160 km/h rotiert die Kurbelwelle gerade 2500 mal. In der Stadt stellt sich der Motor von alleine ab, wenn die rote Ampel zum Ausrollen zwingt. Beim Einkuppeln erwacht er wieder zum Leben. Dann kann wieder gefahren werden. Lang. Sehr, sehr lang. Mit einer Tankfüllung geht es 1100 Kilometer weit. Die Tanknadel will sich einfach nicht bewegen. Sie muss kaputt sein. Unerhört sowas!

Wie das geht? www.hertz.de

BMW 318d
Diesel-Vierzylinder mit
_ 143 PS Leistung und 320 NM Drehmoment
_ 210 Stundenkilometer Vmax
_ manuelle 6-Gangbox
_ 5.7 Liter/100 Kilometer
_ bei 2800 Kilometern Autobahn mit viel +160 km/h , 600 Landstraße und 200 Stadt
_ Xenon-Scheinwerfer mit maskierendem Fernlicht
_ Regensensor
_ automatisch abblendende Rückspiegel
_ Navigation Business
_ Sportsitze

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