_Ein Automieter.

Mal ganz im Ernst und Hand auf´s Herz: Ein eigenes Auto wäre schon etwas Feines. Einsteigen, los fahren, Kraft spüren, Freiheit erfahren. Das geht aber auch anders. Hallo Jaguar XF.

Das ist nun also klar: Ich lebe in einer Stadt, in der ich unter zig verschiedenen Autovermietungen eine heraus picken kann. Meistens wird es diejenige, die das beste Angebot in petto hat. In meinem Fall hat sich Hertz über die Jahre herauskristallisiert. Das sind die Gelben. Ganz einfach weil der Preis und die Konditionen unterm Strich für mich am schlüssigsten sind. Die Lage der Station direkt am Hauptbahnhof, die Freundlichkeit der Mitarbeiter, man kennt mich dort, geben weitere Pluspunkte. Im allgemeinen soll die Fahrzeugflotte bei Hertz nicht die Beste sein. Das eine oder andere Goldstück ist dennoch dabei. Ich bin ein Autonarr und deshalb ist es jedes Mal wieder eine kleine Überraschung, die ich in Schlüsselform zusammen mit dem Mietvertrag über den Tresen geschoben bekomme.

Das läuft folgendermaßen: Meistens per Internet, seltener per Telefon oder direkt in der Station reserviere ich eine bestimmte Fahrzeugklasse für einen vorher definierten Zeitraum. In meinem Fall geht das meist von Freitag morgen bis Montag morgen übers Wochenende. Im Dschungel der verschiedenen Fahrzeugklassen, klassifiziert durch diverse Buchstabenkombinationen, ringe ich mich meist zur Golfklasse durch. Das ist dann die sogenannte Klasse „CLMR“ oder bei Herz „Q“. Eigentlich bieten die Autovermieter alles an, was bei den Autoherstellern vom Band läuft. Vom kleinsten Smart in der Gruppe „MLMR“ über VW Polo und Kia Rio in ECMR. Ford Focus, BMW 1er und Audi A3 in  „CPMR“. VW Passat, Audi A4 oder BMW 3er werden in die Mittelklasse sortiert („IXMR“ bis „FDMR“). Darüber kommen die Business-Limousinen in „PDMR“ (kleiner Motor + Handschaltung) oder „LDAR“ (großer Motor + Automatik) und die Luxusliner à la BMW 7er oder Mercedes S-KLasse in „XDAR“. Darüber hinaus kann ich noch ganz nach Bedarf zwischen Kombi, Van, Kleintransporter, Sportwagen, Geländewagen und vielem mehr wählen. So steht bei Bedarf immer das passende Gefährt zur Seite.

Am Tag der Reservierung marschiere ich also zur Autovermietung und hole den Wagen ab. Dazu brauche ich den Führerschein, beim ersten Mal noch Personalausweis und im besten Fall eine Kreditkarte. Damit begleiche ich den Rechnungsbetrag, sofern er nicht schon vorher abgebucht wurde und Hertz blockt einen bestimmten Betrag als Kaution. Bei Zahlung mit EC-Karte greift ein gravierender Nachteil: Größere Autos sind tabu. Da stellt sich die Autovermietung quer und der Mitarbeiter rückt keinen Schlüssel heraus. Wer im Laufe der Zeit immer häufiger mietet, kommt auch mal in den Genuss, das eine oder andere Schätzchen auszuprobieren. Es winkt ein Upgrade. Sprich eine Hochstufung um eine oder mehrere Kassen auf ein größeres Auto zum reservierten Preis. Manchmal wandert so ein lederbezogener Jaguar-Schlüssel in meine Hände. Ha! Nichts wie runter in die Tiefgarage. Also Unterschrift unter den Mietvertrag setzen und schon kann es ins Wochenende gehen.

Doch bevor die Begeisterung über das fast neue Auto überhand nimmt, drehe  ich immer noch eine Runde um den Wagen, um eventuell vorhandene Schäden nachtragen zu lassen. Schließlich benutzen wir das Auto nicht alleine und wer weiß schon, was der Vormieter damit angestellt hat? Also lautet die Devise: Mit geschultem Auge Lackdellen, Kratzer, Steinschläge, kaputte Felgen, angeknackste Zierleisten, Reifenschäden und fehlendes Zubehör entdecken und im Mietvertrag vermerken lassen. Meistens ist aber alles in Butter. So kann das  Wochenende kommen. Ich wecke die 200 Katzen im Bug und rolle aus der Tiefgarage Richtung Autobahn. So ein Wochenende vergeht dann wie im Tiefflug. Auf der Landebahn vor Berlin schafft er in der Ebene 240 Stundenkilometer nach Anzeige. Nicht schlecht. Da ist dann aber auch der Verbrauch jenseits von Gut und Böse. Und weil Tanken bei so einem Mietwagen nicht inklusive ist, lasse ich es dann auf der alten Rennstrecke Avus gemütlich angehen. Der Jaguar dankt es mit einem Spatzendurst und frisch voll getankt geht es am Montag später wieder zurück zu Hertz. Ein Mitarbeiter schaut kurz um das Auto herum, notiert die 1358 Kilometer auf den Mietvertrag, den ich oben am Tresen gegen die Rechnung tausche. Na dann. Bis zum nächsten Mal.

Wie das geht? www.hertz.de

Und wer wissen möchte, wie diese ganze Mietwagen-Welt funktioniert, findet im Mietwagen-Talk alle relevanten Fakten, viele Tipps und einen ganzen Haufen ebenso verrückter Automieter. www.mietwagen-talk.de

Jaguar XF 2.2D
Diesel-Vierzylinder mit
_ 200 Katzen unter der Haube
_ werden gezügelt von einer 8-Gang Automatik
_ brauchen im Schnitt: 7.1 Liter/100 km und 9.5 Liter bei 180 km/h
_ drücken 450 NM Drehmoment auf die Rolle
_ schauen böse drein per Xenon-Scheinwerfer
_ rennen bei Bedarf 225 km/h und zeigen die LED-Rücklichter

 

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