_Ein VW mit Ringen.

Ui. Nett. Es lockt die automobile Reise Richtung Osten und einmal mehr gibt es eine deftig schwarze Überraschung bei den Damen und Herren in Gelb. Eigentlich soll es dieses Mal ein völlig ökologisch-ökonomisches  Vehikel werden. Es gilt den hauseigenen Sparstrumpf der Schröpfung zu entziehen. Die sonstigen Spaßmieten bleiben mit einem weinenden Auge außen vor. Grundbodenständig und solide heißt die Devise. Na wird schon hinhauen.

Gleichzeitig mit dieser monetären Selbstzurechtweisung  geht aber auch ein Ruck der Entspannung durch den Körper. Keine hyperventilierenden Atemschnapper, keine Herzattacken wie vor einem genüsslichen Akt…na Ihr wisst schon…keine perforierten Fingernägel und keine schweißnasse Rutschbahn auf dem Rücken.

Ja na klar. Für dieses neurotische Verhalten wirst du gerne mal belächelt. Kurzer Exkurs in die Gefühlswelt eines Automieters gefällig? Folgendes: Du bist nicht der einzige mit dem sixt-hertzischen Lampenfieber. WAAAS?! Doch. Ist so. Der Gang zur Autovermietung um die Reservierung einzulösen bedeutet mehr Nervenkitzel, als es die größten, schnellsten, gefährlichsten Achterbahnen der Welt je könnten.

Die unendlichen Sekunden der Ziehung der letzten Lottozahl, die dich zum sechzehnfachen Millionär machen würde? Das allerserste Bewerbungsgespräch nach dem Studium? Alles die reinste Thai-Massage gegen den Moment, wo der Mitarbeiter nach den Autoschlüsseln im Schubfach greift und sich dann ganz plötzlich lüftet, welche Begleitung dich erwarten wird. Noch nicht überzeugt? Mietet euch ein Auto und ihr erlebt dieses Reinsteigern in ein Foltermartyrium eurer Nerven. Routine? Kannst´ getrost vergessen. Kommt hierbei nie auf. So war es bei den bisherigen Mieten. Bis heute.

Irgendwann stellt sich doch eine gewisse Routine ein. Eines Tages stellst du fest: es gibt weitaus wichtigere Dinge mit weit weniger materiellem Inhalt. Und dieser Tag kommt dann schneller als geglaubt. Gelassen wie einst Reinhold Messner beim Picknick auf dem K2 schlenderst du zu einer völlig  unchrichristlichen Zeit an den Tresen und wirst hertzlichst empfangen. Ein seichtes Guten Morgen kann dir noch entweichen, bevor die morgentliche Schlaftrunkenheit wieder einsetzt.

„Wir haben da einen Audi A4 für Sie.“ Na wunderbar. Ein VW mit 4 Ringen dran. Das ist doch was. Mehr als zu erwarten war. Schlurfend und immernoch müde nahe der Fahruntüchtigkeit geht es ins Parkhaus. Da steht er also. Ui Nett. Weil er beim Losfahren keinerlei Kapriolen veranstaltet und flüsterleise durch die Landschaft gleitet. Ein Kokon der Stille in der städtisch rauen Umgebung. Alles geht vertraut wie von allein. Jeder Schalter dort, wo er sitzen soll. Der Motor keiner um Bäume auszureißen, dafür ein ausdauernder Langstreckendezimator, der im Null-Komma-Nix eine Entfernung abreißt, als sei er geflogen. Wie? Schon da? Das ging ja flott.

Am Ende der Strecke angekommen, mehr als zügig absolviert, tickert der Audi sich zur Ruhe. Hat er sich verdient. Ein Musterschüler. Fällt nicht auf, aber auch nicht durch. Als der Knopf auf dem Schlüssel gedrückt wird, dem A4 und seinem Fahrer den dringend nötigen Schlaf zu ermöglichen, leuchten zwei Lichtkegel in die Nacht und erhellen den Hauseingang. So lange, wie der Haustürschlüssel braucht, sein Schloss zu überreden, doch bitte aufzugehen. Klappt. Noch einmal umgedreht: die Scheinwerfer dimmen sich in den Schlaf. Ui. Nett wars.

Wie das geht? hertz.de

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