_Stell dir vor…

…wir fahren einen Sternenkrieger und keiner kann uns etwas anhaben. Die Waffe wird nicht gezückt. Es gibt kein Vergießen von Schweiß an nassen Händen. Oder unkontrolliertes Zucken im rechten Fuß. Nein. Es herrscht Friede auf den Straßen. Mit dem Dreh am Schlüssel zündet die innere Ruhe. Ein kühner Gedanke. Aber fangen wir doch erst einmal von vorne an.

Auf Deutschlands Straßen herrscht Krieg. Jeder Autofahrer – und sei er noch so von innerer Ruhe beseelt – hat sich schon irgenwann einmal in einer Situation befunden, in der er gern in das wenig schmackhafte Lenkrad beißen wollte. Gerade auf den Autobahnen ist der wehrlos untermotorisierte Kleinwagen Opfer eines jeden fetten Kühlergrills eines Vertreter-Schlachtschiffs, das sich ihm in den Kofferraum zu setzen scheint. Es wird gedrägelt, mit Licht und Fanfahre gehupt, Blinker gesetzt und nervös die Spur gewechselt. Gemeinhin wird dieser Hahnenkampf dann zwischen Audi und BMW ausgefochten.

Denn hier sind die Ambitionen, besonders sportlich zu fahren, arg hoch gesteckt. Das Wettrüsten der „äffischint deinämiks“ und „esslein“ – Geschosse geht mit jedem Facelift, Modell- oder Motorenwechsel in eine neue anmaßende Runde. Anmaßend deshelb, weil jeder von sich behauptet, der Beste zu sein. Mercedes ist gerade eben beim Marketing-Suerlativ „Das Beste oder nichts“ angelangt. Wie kommen die denn dazu?

Nun um das hier nicht all zu sehr ausufern zu lassen, sage ich kurz und knapp: Das sind sie nicht im klassischen Sinne eines Autobauers. Das Beste oder nichts lässt ihnen nur zwei Alternativen. Und weil so ein Stern im Kühlergrill noch lange kein gutes oder gar das beste Auto macht, sind sie nichts. Nicht dass jetzt die Mercedes-Fangemeinde anfängt, hier laut los zu zetern: ich meine das durchweg positiv. Denn Mercedes hat am Beispiel der C-Klasse geschafft, was Audi und BMW in den letzten Dekaden abhanden gekommen ist. Einen gewissen Hang zur selbstbewussten Unperfektheit.

Mercedes erlaubt seinem C-Sprössling nämlich Unarten, die den Ingolstädter und Münchener Ingieneuren sauer aufstoßen würde. Und speziell das macht das Autofahren im Stuttgarter Expressraumschiff zu einem besonderen Erlebnis. Der Dieselmotor vorn im Bug klingt rau, erlaubt sich eine sagenhafte Anfahrschwäche und katapultiert sich danch wie ein Hammerwerfer mit seinem Wurfgeschoss aus dem Turboloch. Anfahren am Berg auf regennassem Kopfsteinpflaster? Vergiss es. Die in Serie verbaute Traktionskontrolle scheint es einen feuchten Kericht zu scheren, dass gerade die Hinterräder durchdrehen, auf die sie eigentlich aufzupassen hat.

Und dann diese Lenkung: Um die Mittellage spitz wie ein brünftiges Eichhörnchen im Frühjahr, bei vergrößertem Einschlagen dann aber weitläufig wie Orkansturmtief über dem Golf von Mexiko. Und ebenso mittelsam. Jedes Steinchen und jede noch so kleine Querrille stößt ans kundige Handgelenk  des Fahrers. Es ist, als ertaste man die Straße in all ihren Einzelheiten. Dabei rumpelt und poltert es tüchtig im Gebälk, wenn das Fahrwerk arbeitet und sich dem Fahrgastraum mitteilt.

Aber genau das, was sich gerade noch so negativ gelesen haben mag: Es macht einfach Spaß. Endlich darf ich wieder Auto fahren. Im direkten Vergleich, wenn man sich von einem BMW oder Audi in einen Mercedes setzt, merke ich diese rüpelhafte Art. Er ist frech, ungehobelt und eine kleine Mistsau. Obwohl in einem unschuldigen weiß angezogen, macht er sich gerne die Finger schmutzig. Ein ehrlicher Kerl zum Pferde stehlen. Obwohl sein Herz unter der Haube diese Pferde gar nicht nötig hat. Und obwohl der kleine Benz so ein Krawallschläger ist, hat er eine Eigenschaft, die den Umgang mit sämtlichen Nieren- und Ringkämpfern sehr souverän macht. Es wird komplett in Ruhe gelassen. Sollen doch BMW und Audi Fahrer ihr privates Leid auf der Straße ausfechten. Sollen sie doch von ihren adaptiven Fahrwerken geluftfedert und von ihren Assistenzsystemen geleitet am schnellsten um die Wette fahren. Als Mercedes Fahrer bin ich außen vor und schaue dem Gemetzel nur herzlich lächelnd zu. Das ist doch das Beste, oder nicht?

Wie das geht? www.sixt.de

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