_4er Pack im 5er.

Quer durch´s Land. Zweimal bitte. 
Mit 4 Zylindern die mal zu sechst waren.

Die Motorenbezeichnung „25“ steht bei BMW seit jeher für einen Reihensechser. Egal ob Diesel oder Benziner, wer eine sportliche Limousine mit kultiviertem und souveränen Antrieb haben wollte, ging zu BMW und bestellte sich einen 525er. So weit, so gut. Wir sind in der Neuzeit angekommen. Und da heißt´s sparen wo´s nur geht. Die Ressourcen werden knapper. Aber verzichten möchte der Mensch natürlich nicht. Also muss das, was noch da ist, effektiver genutzt werden. Und trotzdem dynamisch sein. Efficient Dynamics eben. Auf dass dem geneigten Fahrer das Lächeln im Gesicht nicht vergeht.

Um eines vorweg zu nehmen: BMW tanzt dieses Spiel fast perfekt. Die Ingenieure pflanzen dem aktuellen 525d Modelljahr 2012 einen Vierzylinder unter die frivol geschwungene Haube. Der erfüllt seine Pflichten mit Bravour – und bleibt der Kür schuldig. Der 2-Liter Ölbrenner schüttelt seine Kraft bärig auf die Kurbelwelle. Sein Ansprechverhalten auf Gaspedal-befehle ist nahezu verzögerungsfrei und rein leistungsmäßig ist sein Spurtvermögen in allen erdenklichen Lebenslagen mehr als ausreichend. Speziell aus dem Stand heraus macht die Kraft, dass die Passagiere in die Ledersitze gedrückt werden. Wie am Gummiband gezogen zoomt sich der Drehzahlmesser durch seine Zahlenskala.

Doch irgendwie…irgendwie wollen keine Emotionen an der Glückshormondrüse kitzeln. Denn beim Drücken des Starknopf passiert zunächst – nichts. Die Bordelektronik scheint dem Triebwerk die eine oder andere Gedenksekunde zu gönnen. Dann rappelt sich die ganze Karosse aus dem Schlaf. Als wären die 218 Pferdchen versammelt angetreten und hätten von außen gegen die Kotflügel getreten. Doch ist das Startinferno erstmal überstanden, verfällt der Motor dank guter Dämmung wie in Wolldecken verpackt in einen sachten Leerlauf. Der Gangwahlhebel lässt sich mit der Unlock Taste entsperren und in Position „D“ ziehen.

Als ich den Fuß von der Bremse nehme, rolle ich los. Unkomplizierter geht es kaum. Das Auto nimmt mir das Allermeiste ab und gibt sich als stoisch ruhiger Gleiter. Zumindest dann, wenn nur eine Hand locker am Volant angelegt ist und per Fahrerlebnisschalter der Comfort+ Modus vorgewählt wurde. Sobald beide Arm behände zupacken um dem adaptiven Fahrwerk im Sport-Modus auch mal ein Lächeln in die Federbeine zu zaubern, machen sich deutliche Vibrationen breit. Der Motor knurrt und poltert also bis in die Lenksäule. Im Grunde ist das zu verschmerzen – es gibt noch deutlich unkultiviertere Antriebe. Doch bei einem Auto, das ansonsten den absoluten Musterschüler mimt, tritt so eine Kleinigkeit noch deutlicher in den Vordergrund.

Ein ähnliches Bild zeichnet die Start-Stop-Automatik. Im Stadtverkehr stellt sie automatisch an der Ampel den Motor ab. Das Auto rollt auf eine rote Ampel zu. Ich habe den Fuß auf der Bremse und lasse die Karosse sanft ausrollen. Doch es erfordert sehr viel Gefühl und eine lange Eingewöhnungsphase, bis das Anhalten ruckfrei passiert. Kurz bevor der Wagen tatsächlich steht, verzögert er etwas stärker um Bremsenergie zurück zu gewinnen. Das führt mitunter zu einem plumpen Hopser an der Haltelinie. Will ich wieder losfahren, reicht ein leichter Lupfer der Bremse und der Anlasser rüttelt die vier Kolben wieder in Bewegung. Nicht gerade sanft, aber immer zuverlässig. Und es hilft ja Sprit sparen. Was tut man nicht alles für eine weiße Weste?

Dass der BMW 525d schlussendlich keinen so getrübten Eindruck vermittelt, wie der Sommer auf Deutschlands Straßen, liegt vor allem am Verständnis, dass der Fahrer dem Auto entgegen bringen muss. Es ist ein Umdenken, das langsam einsetzt. Den Reihensechser-Vorgänger fand ich elektrisierend bis in die Haarspitzen, weil er mit seinem Klang und seiner butterweichen Laufruhe faszinierte. So will der neue Vierzylinder gar nicht sein. Er möchte sparen und dabei trotzdem Druck auf die Hinterräder bringen. Das Auto insgesamt verwöhnt mit perfekt justierbaren Sitzen, feinen Oberflächen, einer satt klingenden Musikanlage und packt seine Passagiere in eine Wattehöhle. Sein Revier ist die entspannte Autobahnfahrt. Und ich muss zugeben: Das kann er. Bei ähnlicher Fahrweise und Streckendistanz  von knapp 1400 Kilometern genehmigte er sich knapp 28 Liter weniger Diesel als der Sechszylinder. Das ist ein Wort.

Wie das geht? www.hertz.de

BMW 525d
218 PS serviert in 8 Gängen
233 Stundenkilometer
6.9 Liter Diesel/100km
Leder Dakota schwarz auf Sportsitzen
Xenonscheinwerfer mit Kurvenlicht
Fernlichtassistent
Fahrerlebnisschalter
Adaptive Dämpfung
Adaptive Lenkung
Navigation Professional
Spracherkennung
Schildererkennung
Panorama-Glasdach
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