_Hamburg Hopping

Eine Einladung zum Geburtstag kann niemand ausschlagen. Es sei denn, du hast Besseres vor. Aber was sollte es Schickeres geben, als deinen Allerwertesten in feinstes Ledergestühl der Marke BMW zu schmiegen und dich sänftengleich über die A1 tragen zu lassen? Mit dem Ziel Hamburg im Navi und dem Wissen um eine ausgedehnte Feierorgie. Richtig. Nichts. Gesagt, getan. Das Lotteriespiel Autovermietung kann ein neues Kapitel aufschlagen. Ich glaube, so richtig kann niemand nachvollziehen, wenn du aufgeregt bist und nicht schlafen kannst in Erwartung dessen, in welcher Karosse du da morgen vom Hof rollst. Und ja ich gebe euch Recht: Es ist total bescheuert. Aber fakt. Und wenn ich recht überlege, kenne ich da noch so einen infizierten Bekloppten, der es schafft, aus einem Ford Mondeo einen Passat CC R-line zu machen. Starkes Manöver.

Eigentlich ist es fast immer egal, wann du zu Sixt kommst. Ein Kunde vor dir ist dran und bricht sich einen verbalen Schwall vom Zaun. Warum? Er flirtet mit den Counterdamen und versucht so für seine Golf-Reservierung einen Siebener abzugreifen. Der schwarze 740d mit M-Paket, der vor der Tür schlummert. Japp. Viel Glück denke ich mir und er sagt, dass sie schöne blaue Augen hätte. Ich darauf: „Stimmt nicht. Die Schlüssel in deiner Hand sind irgendwie viel schärfer.“ Sie lacht, er lacht, ich bin dran, werde eingecheckt, der bestellte 520d wird frisch herausgeputzt vorgefahren und ich werde mit den Worten verabschiedet, dass man mit der Wahrheit bei Frauen immer weiter kommt. Ich solle mir das behalten. Ja sicher das und wünsche ein schönes Wochenende. Ich hatte im Vorfeld viel gehört und gelesen über diesen Zweiliter Wundermotor im F11er Fünfer. Wie gut der Antritt sein soll. Wie souverän die Drehmomentwelle. Gerade im Zusammenspiel mit der achtbaren Achtgangautomatik sollte er einen veritablen Reisebegleiter darstellen. Nun ja stimmt. Genau das erfüllt der Gute. Allerdings fehlen genau zwei Sachen. Und das sind Zylinder fünf und sechs. Gerade im Vergleich zu dem Ungetüm drei Wochen vorher fehlt mir das spontane, giftige Hochdrehen. Das Fauchen, Hämmern und Grollen in den Untiefen der endlosen Motorhaube.Er hört sich an wie ein Taxi. Luxusproblem. Davon mal abgesehen: Es ist ein Traum, ihn zu fahren. Der Vogelschiss durch das offene Panorama.Glas.Dach auf den Beifahrersitzt bestätigt mich darin, den richtigen Gefährten erwischt zu haben. Denn das soll ja bekanntlich Glück bringen. Auf! Auf! Auf in die Nacht. Geburtstag feiern. Reden, Trinken, Menschen kennenlernen, was sie machen, wo sie herkommen, woher sie diesen oder jenen kennen und warum sie beinahe auf dem Sofa im Flur einschlafen. Warum eigentlich? Voll gut hier. Es ist doch erst halb eins. Und in der Küche stehen massig Leute, Flaschen und Gläser, ein Kühlschrank und zwei Boxen. Aufgedreht, abgefetzt. Jetzt geht´s erst richtig los. Hamburg, Reeperbahn, Baalsaal, tanzen mit einem Raummeter frischer Raucherluft um dich herum. Schön, wenn es früh hell wird. Und stilvoll in einer E-Klasse Baureihe 124 mit Kilometerstand ungefähr eine Million nach Hause kutschiert zu werden. Abend gelungen, am Vormittag tot. So langsam kommst du wieder auf Touren. Die Sonne steht schon hoch hinter dem wolkenverhangenen Himmel. Ja eindeutig. Wir sind immernoch in Hamburg. Nichts desto trotz ist es Frühling und warm. Ja bald sogar richtig sommerlich. Du kannst es ahnen. Essen wird geordert, der Magen von innen mit einer Ladung Coke Kohlensäure massiert und ein Fußball in den Kofferraum gezirkelt. Er hat dort viel Platz und rollt immer der Kurvenrichtung entgegen. Dem Sportmodus im einstellbaren Fahrwerk sei Dank. Im Stadtpark hocken wir uns auf die Wiese, beobachten Leute (mit Grill), Hunde (mit Ball) und Müllcontainer (mit Rauch und Feuer). Da brennt die Hütte. Heute Abend ist Champions.League.Finale und wir trainieren schon mal vor. Fußball läuft, der Grill beim Türken auch. Das ist die Grundlage aus Lamm und Reis. Unfassbar duftend wie die Feuerstellen vorhin im Park. Endlich wird der Hunger gestillt. Auch der nach der erneuten Lust nach der großen Freiheit. Zum Glück hat Hamburg dafür die passende Straße parat. Nichts wie hin da, im Halo häufig Hallo gesagt und festgestellt, dass Zwillinge sich nicht ähnlich sehen müssen, um Verwirrung zu stiften. Ganz große Nacht und bei der frühmorgentlichen Heimfahrt in einer blitzneuen 212er E-Klasse. And the Taxidriver knows how to treat that bitch. Links und rechts die Reste der Nacht. Ein Päarchen, dass sich gerade trennt, heult und aufeinander einschlägt, eines das sich liebt, es mit dem Zungenhelikopter aller Welt zeigt und ein Mädchen, das schluchzend eine Freundin tröstet. Und richtig. Die schluchzt auch. Die Bodenwellen an der Außenalster mitgenommen, virtuell mit der Handbremse geankert und so direkt ins Bett beordert. Der zweite Abend wird als erfolgreich deklariert, als der dritte Tag längst angebrochen ist. Auf der Rückfahrt surfen wir auf der Sonnenwelle. Das Glasdach lässt den Blick der Beifahrer durch den blau-rot schimmernden Himmel schweifen. Im Radio gibt es Musik zum Fliegen auf die Ohren und ich lasse dem Fünfer reichlich viel Leine. Der Tempomat regelt bei Zweihundert und rechts wie links wacht der Spurassistent. Die anderen machen freiwillig Platz. Als wären sie scheu oder hätten Angst. Dabei bin ich wirklich voll der freundliche Fahrer. Ich weiß auch nicht, was dabei in den Köpfen der Leute vorgeht, wenn sie in den Rückspiegel sehen und die zwei Xenonbrenner anrauschen sehen. Ich blinke sie nicht weg, ich gebe keine Lichthupe. Völlig unnötig. Und total entspannt. Als wir eine Pause einlegen, parken wir direkt neben einem Dreier mit Münchener Nummernschild. Dazu gesellt sich später noch ein zweiter Touring von Sixt. Vier Männer steigen aus. Sie fragen, ob wir tauschen. Nein danke. Den gebe ich nicht mehr her. Starterknopf gedrück, Hebel auf D und losgerauscht.  Am Montag morgen muss ich zeitig raus. Die Arbeit ruft. Die Stadt ist voll mit Autos. Heute macht keiner Platz. Weil kein Platz zum platzmachen ist. Egal. Ich sitze hier drinnen, alle Luken offen und die Stimme da vorne im Mäusekino führt mich. Aber nicht an der Nase herum, sondern durch den Stau. Und der ist heftig an diesem Morgen. Jedenfalls habe ich noch nie so lange für die Strecke gebraucht. Da hätte ich in der Zeit auch direkt nochmal nach Hamburg fahren können. Noch mehr Geburtstage feiern. Oder mit Franzosen Englisch quatschen. Oder mir von Vögeln und Zwillingen erzählen lassen. Oder ganz viel Blah-Blah. All das: immer wieder gerne. Danke.  Wie das geht? Ganz einfach: www.sixt.de

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