_Wir haben’s einfach drauf.

Gewinner! Kann man sich bitte einmal so etwas Schräges vorstellen? Es ist ungefähr der erste sonnige Tag im Jahr 2011. Ich sitze auf einem lahmenden Drahtesel. Er hat kaum noch Bremsen und lauter Achten. Aber deshalb quietscht und knarzt er so leidenschaftlich. Meine Kamera steckt im Rucksack, eine Zeitung und etwas Geld in der Brieftasche und eine Sonnenbrille im Etui. Ich brauche nicht mehr, um das umzusetzen, was ich mir schon im Kopf zurechtgebastelt hatte. Du mit dir alleine in deinem Café, ein Kaffee. Schwarz und alles wichtige Hab und Gut bei dir, um sich von jetzt auf gleich zu entscheiden, im nächsten Augenblick ganz woanders zu sein. Es ist einer dieser Momente, in denen kurz die Zeit verharrt um dir zu zeigen, dass Schnelligkeit keine Maxime ist und dein innerer Puls den Takt der Entspannung vorgibt. Die Stadt spielt dazu die Musik deines Zuhauses. Mal laut und druckvoll, mal leise und sacht.

Du fühlst dich wohl, weil du am Klang der Straße, an den Stimmen im Café, am Rauschen des Windes erkennst, dass du in deinem Hafen bist. Ein Hafen als Ausgangspunkt fürs Unterwegssein. Ein Gefühl, das du beim Einsteigen in das Auto hast. Einfach nur rauf auf die Straße denn der Weg wird nicht kürzer, je länger du zögerst. Ein Zögern gibt es nicht. Es geht um den Range Rover Evoque. Ein Keyvisual wird für ein Auto gesucht, das für mich als Reisebegleiter, als Zuhause, als die Basis zum Ausbrechen, Verrückt werden, Entspannen, Erleben, Klettern und Fallen lassen herhalten soll. Dass ein Auto sicher ist, eine Klimaanlage hat, ein Radio, Navi, Airbags, ESP, ABS oder all die anderen Annehmlichkeiten des modernen Automobilbaus, ist uns lange bewusst. Wir wissen es und wollen nicht ständig daran erinnert werden. Es langweilt. Wir setzen es voraus  Was wir brauchen ist die Bewusstmachung dessen, wofür ein Auto gebaut wurde: Zum Fahren.

Zeit streicht ins Land. Im Netz kann verfolgt werden, wer zu welchem Zeitpunkt ganz vorne ist und welche Trends sich bei der Keyvisual-Gestaltung abzeichnen. Direkt nach der Einreichung klettert mein Entwurf auf die Eins und hält sich dort für ein paar Tage. Je länger der Wettbewerb andauert, desto mehr verschieben sich die Positionen. Bis zum Schluss gibt es ein Auf und Ab. Aber gerade die Werke, die wir nachher bei der Verleihung präsentiert durch ihre Schöpfer wiedersehen werden, zeichnen sich immer wieder auf den vorderen Plätzen ab. Dennoch: Eine Einladung zur Award Verleihung in den Rudas Studios zu Düsseldorf…damit rechnet keiner. Ich auch nicht. Erst recht nicht.

Aber es klappt. Und wie. Nach einer völlig vermaledeiten Generalprobe gelingt vor versammeltem Publikum und mit dem ein oder anderen Mutzuspruch eine Präsentation, als käme sie nicht aus meinem Mund. Ich sehe mir dabei von außen zu. Wie durch eine Kamera. Alle machen ihre Sache prima. Schließlich stehen sie zu dem, was sie schaffen. Großartig. Erster Platz. Schulterklopfen hier, Smalltalk dort, Interviews und Fototermine. Und das alles vor  dem Hintergrund eines klasse dastehenden Autos. Dem Range Rover Evoque. Eines von zwei handgefertigten Exemplaren, die es im Moment in Deutschland gibt steht im Foyer und sieht einfach mal richtig stark aus. Breitbeinig, maskulin mit fein definierten Linien und geometrischen Formen. Aus vieler Leute Münder höre ich Sätze wie: „Den würde ich sofort nehmen. So wie er da ist.“ Ich bin einer von ihnen. Einfach reinsetzen und losfahren. Keyless Go sei Dank. Hm. Nein. Ich wäre nicht allzu weit gekommen.

Den hier darf ich auch nicht fahren. Nur kurz starten. Eine Burg von Auto mit einem Kompressor-beatmeten Über-V8 unter der trutzigen Haube wartet am Hintereingang der Rudas Studios auf potentielle Opfer. Die sind hier im Medienhafen gar nicht so weit weg. Aber wie ein fauler Löwe legt er sich heute nur auf die Lauer. Einmal brüllt er laut auf, als ein Porsche Cayman als Futter vorbei rollt und ich im Cockpit den Starterknopf durchdrücke. Ein kurzes Klicken, ein Sirren der Benzinpumpen gefolgt von einem basslastigen Brüllen erfüllt die Kaistraße, während sich die ganze Karosse hin und her schaukelt. Äh Gänsehaut? Klar. Aber nicht vor Angst. Sondern weils so schön brutal ist.

Herrlich erleichtert und mit dem dicksten Grinsen aller Anwesenden geht es drinnen weiter hitzig zu. Nach dem Design Award folgt die Kategorie Musik. Richtig starke Tracks sind hier dabei. Alles potentiell tanzbare Clubmusik zum Hände Hochreißen und je nach eigenem Können und Wollen planlosen Umherzappeln. Es lohnt, sich alle drei Kandidaten mal auf die Ohren zu geben: Nominierte Nummer eins: Tuff tuff between the ears, Nummer zwei:Devotion und der Gewinnertrack: People.

Danach gibt´s wieder etwas auf´s Auge. Der Fashion Award macht die Bühne frei für die Models und Kollektionen. Aufwendig sind sie alle und bestechen durch ihre Vielfältigkeit. Bei allen drei Designerinnen flippen die Leute aus. Jubeln, klatschen, feiern die Laufsteggestalten und das, was sie an sich tragen. Nur ist bei einer ein Tick mehr Rumoren im Publikum, ein wenig mehr Jubeln und heftigeres Klatschen. Ohhhh ja! Und da sind wir uns hinten in der letzten Reihe einig: Die in der Mitte soll das Ding holen. Und sie tut uns den Gefallen. Yes! Frida Homann gewinnt. Ihr Label dyn macht Männermode und genau das den Unterschied. Hier hat jemand seine Passion gefunden. Im Netz:dyn-menswear.com und facebook.com/dyn.fashion. Und in echt: Mahlower Straße 23 in Berlin Neukölln.

Eine legendäre Nacht nimmt weiter Fahrt auf. Nachdem alle offiziellen Verleihungen und Festivitäten vollzogen sind, geht es einfach nur noch darum, diese Party zu genießen und mit immervollen Gläsern zu begießen. In rauschenden Zügen, tanzend und mit allen, die dabei sind. Eine Reise mit viel Glamour geht seinen steilen Weg durch die Rudas Studios. Im Blitzlichtgewitter, vom Himmel donnernd und von den Fotografen ausgeleuchtet bahnt sich ein Taxi im Regen seinen Weg durch die Düsseldorfer Nacht. Vorbei an allem, was diese Stadt zu deinem Zuhause macht. Wir steigen aus. Und schließen erst Käfig, dann die Tür auf. Im Hier und Jetzt. Nächster Halt Berlin. 

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