_Jeden Tag ’ne Karte. Death Valley.

Death Valley…das Tal des Todes. Uhhhh…ins Deutsche übersetzt hört sich das Ganze noch wesentlich dramatischer an. Als würde man direkt sterben, wenn man auch nur einen Fuß ins beige.braune.Gestein setzt. Tatsächlich ist es heiß, einfach nur verdammt heiß. 

Und trocken ist es. So trocken und heiß, dass ich fünf Liter Wasser trinken muss und trotz XXL-Becher Kaffee bei McDonalds nicht auf Klo muss. Ich schwitze nicht, weil alles vorher verdunstet. Es gibt keinen Schatten, kein Windhauch regt sich, die Luft flimmert wie ein alter Röhrenfernseher auf LSD. Wie das gehen soll?

Vielleicht in dem man Ihm Leben einhaucht. Ich lege eine Videokassette in den Rekorder und presse Play. Und sehe einen Haufen Harleys in Death Velley Junction. Heiße Öfen voll schwerer Benzin-geschichtlicher Bedeutung. Auf der Suche nach Nirgendwo. Nach der Zeit an sich ohne auf die Zeit zu achten. Damit wird der Fernseher glücklich, Das ist sein LSD, wenn er so etwas zeigen darf.

Am Furnace Creek Ranch Resort biegen wir von der 190 auf die Badwater Road. Ein V8 Vantage steht da knisternd in der Mittagssonne. Von knisternd abkühlen kann bei dieser brachialen Temperatur keine Rede sein. Der Typ, der den Schlüssel zückt, kommt lachend auf uns zu und erzählt freudestrahlend von dem genialen Motor und dem allen. „Where are you two guys from? Oh Germany? I love Europe. And that european engineering. You guys build great cars, y´know?“ Mit diesen Worten lässt er sich auf dem Fahrersitz nieder, tritt aufs Gas und ich gebe ihm recht. Verdammt nochmal.

Am Badwater Bassin finden wir, was die Felsen und die Landschaft hier geformt hat und immernoch formt. Licht und Schatten, Salz und Wasser bilden Kontraste zum Niederknien. Eine unwirtliche Welt. Ich halte es nicht lange aus. Es ist kurios: Am tiefsten Punkt der Vereinigten Staaten gibt es nichts als warme Luft.

Die Straßen sind lang und weit in den Staaten. Alles verschwimmt zu einem Brei aus Asphalt, Wüste, Steinen und blauem Himmel. Ab und zu kommt ein anderes Auto entgegen. Aber nicht, um zu grüßen. Es zieht einfach nur vorbei, ohne sich groß einzuprägen. War es blau, rot oder schwarz? Welches Ziel hatte es? 

Im Grunde ist das aber völlig egal, wohin ein Auto fährt. Ein Ziel haben sie irgendwo alle. Ist es das zu Hause? Geht es zum Job? Wohin führt die Reise. Im Auto entscheide ich es. Ich brauche keine Flug.Pläne, Zug.Abfahrts.Zeiten oder Treff.Punkte für Bus.Reise.Gruppen. Ich halte überall dort an, wo ich es für richtig halte. Wo es spannend ist. Oder wo scharf geschossen wird. Irgendwann fahre ich einfach weiter und höre Musik so laut es geht, aus den Boxen, über die mein Radio bestimmt.

Und Stone Sour singen: „Tell me I’m a part of history.Tell me I can have it all. I’m still too tired to care and I got to go.“ Wir sind auf dem Rückweg. Nur hundertvierzig Meilen to go. Lächerlich. Bis zum Abend sind wir zurück. Da wird es dann endlich wieder ein wenig weniger heiß. Und McDonalds hat einfach den besten Kaffee.

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